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Begrüßungsworte des Vorsitzenden der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen der Plenarsitzung „Familie als traditioneller spiritueller und moralischer Wert“

Der Kommunikationsdienst der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen, 23. Juni 2026. Am 23. Juni 2026 sprach Metropolit Antonius von Wolokolamsk, Vorsitzender des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, auf der Plenarsitzung „Die Familie als traditioneller spiritueller und moralischer Wert“ an der Staatlichen Universität St. Petersburg. Die Sitzung war Teil der strategischen Tagung „Der ideologische Gehalt traditioneller russischer spiritueller und moralischer Werte als Grundlage für die Einheit der Völker Russlands“.

                                            Liebe Organisatoren, Teilnehmer und Gäste des Treffens!

Ich begrüße alle Anwesenden herzlich zur Plenarsitzung „Die Familie als traditioneller spiritueller und moralischer Wert“, die im Rahmen der strategischen Tagung „Der ideologische Gehalt traditioneller russischer spiritueller und moralischer Werte als Grundlage für die Einheit der Völker Russlands“ stattfindet.

Die moderne Welt befindet sich in einer tiefgreifenden Wertekrise. Dies zeigt sich besonders deutlich in westlichen Ländern, wo traditionelle Vorstellungen von Individuum, Familie, Ehe und moralischer Verantwortung in den letzten Jahrzehnten stetig an Bedeutung verloren haben. Mit Sorge beobachten wir die Tendenz, die Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens, die jahrhundertelang vom christlichen Glauben und Weltbild geprägt waren und die Kontinuität der Generationen, die Stabilität sozialer Institutionen und den Erhalt der kulturellen Identität der Völker sicherten, neu zu überdenken.

Heute erleben wir die Schwächung der Institution Familie durch die Verbreitung einer rein weltlichen, egoistischen Lebensanschauung, die Ablehnung familiärer Verantwortung und Kindererziehung sowie Versuche, die Grundlage der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau zu untergraben. Doch in der westlichen Gesellschaft gibt es Menschen, die danach streben, christlichen Moralvorstellungen treu zu bleiben und das Recht zu verteidigen, nach den Idealen des Evangeliums zu leben.

In den letzten Jahren haben wir einen Anstieg der Zahl von Einwohnern europäischer Länder beobachtet, die sich für einen Umzug nach Russland entscheiden – ein Land, in dem spirituelle Werte geschützt werden, in dem keine Angst vor der Aufzwingung einer Genderideologie an die Kinder besteht, in dem der Glaube frei ausgeübt werden kann und in dem ein traditionelles Familienverständnis aufrechterhalten wird.

In diesem Zusammenhang ist das Dekret Nr. 809 des Präsidenten der Russischen Föderation „Über die Genehmigung der Grundlagen der Staatspolitik zur Erhaltung und Stärkung der traditionellen russischen geistigen und moralischen Werte“ von besonderer Bedeutung. Dieses Dokument etabliert nicht nur ein in der russischen Kultur historisch geprägtes Wertesystem, sondern betont auch die Bedeutung des Lebens, der Menschenwürde, starker Familien, schöpferischer Arbeit, des Dienstes am Vaterland, des Volksgedächtnisses und der Kontinuität der Generationen als wichtigste Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Die russisch-orthodoxe Kirche bezeugt stets, dass menschliche Entwicklung ohne ein solides moralisches Fundament und das Festhalten an traditionellen Werten unmöglich ist. Diese Werte sind kein Relikt der Vergangenheit und kein Hindernis für den Fortschritt. Im Gegenteil: Sie schaffen die Voraussetzungen für die harmonische Entwicklung des Einzelnen, die Stärkung der Moral und den Erhalt der kulturellen Vielfalt der Völker.

Der hohe Zweck der Institution Familie und Ehe nimmt in den Dokumenten der gesamten Kirche einen besonderen Platz ein. Die „Grundlagen des Sozialkonzepts der Russisch-Orthodoxen Kirche“, die „Grundlagen der Lehre der Russisch-Orthodoxen Kirche über Menschenwürde, Freiheit und Rechte“ und das Dokument „Über die kanonischen Aspekte der kirchlichen Ehe“ erläutern übereinstimmend das Verständnis der Familie als einer kleinen Kirche, gegründet auf Glauben und Treue, gegenseitiger Liebe und der Verantwortung der Ehepartner. Die Kirche betont stets, dass eine starke familiäre Verbindung zwischen Mann und Frau dazu beiträgt, die moralische Gesundheit der Gesellschaft zu bewahren, die jüngere Generation zu erziehen und die Weisheit der Vorfahren weiterzugeben.

Heute braucht die Welt insbesondere eine gemeinsame Vision aller schöpferischen Kräfte, die sich zu traditionellen spirituellen und moralischen Werten bekennen. Dies bedeutet, die Zusammenarbeit zwischen den Führungsspitzen verschiedener Länder und internationaler Institutionen, Religionsgemeinschaften, der Wissenschaft und den Medien beim Schutz der Familienrechte zu fördern. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir den Herausforderungen unserer Zeit angemessen begegnen und den Erhalt unseres spirituellen Erbes für zukünftige Generationen sichern.

Ich wünsche allen Anwesenden Gottes Hilfe bei der bevorstehenden Arbeit, sinnvolle Gespräche und gegenseitiges Verständnis.

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