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Weihnachtsbotschaft des Patriarchen von Moska…

Weihnachtsbotschaft des Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus' KIRILL

Weihnachtsbotschaft des Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus' KIRILL

an die Oberhirten, Hirten, Diakone, Mönche und Nonnen

und alle treuen Kinder

der Russischen Orthodoxen Kirche

 

Im Herrn geliebte Oberhirten,

hochwürdige Presbyter und Diakone, gottliebende Mönche und Nonnen,

liebe Brüder und Schwestern!

Herzliche Segenswünsche Ihnen allen zum strahlendhellen Fest der Geburt unseres Herrn und Gottes, des Heilands Jesus Christus. Ich richte an Sie die Worte des alten kirchlichen Hymnus: „Christus wird geboren – verherrlicht Ihn! Christus vom Himmel – begegnet Ihn! Christus auf Erden – lasst euch erhöhen!“ (Irmos der 1. Ode des Weihnachtskanons).

Der Apostel Paulus nannte das eingetretene Ereignis der Menschwerdung das große Geheimnis unseres Glaubens (1 Tim 3, 16). Vor diesem Geheimnis verstummt schaudernd alle irdische Weisheit. Vor ihm erlischt all das eitle menschliche Wissen. Dieses Geheimnis ist fähig, das härteste und versteinerte Herz zu entwaffnen und zu erweichen. Mitten in den Grausamkeiten und Bosheiten dieser Welt wird Derjenige geboren, der allein jede Zerrissenheit heilen, uns den wahren Frieden und das echte Glück schenken kann.

Seitdem die Sünde ins menschliche Leben eingetreten war, herrscht auf der Erde die tragische Trennung, und die vom Schöpfer – von der wahren Lichtquelle – losgerissene Welt begann unausweichlich in Finsternis und Chaos zu versinken. Aber Gott ließ seine Schöpfung nicht im Stich und hörte nicht auf, für sie zu sorgen. Indem der Herr unsere Erlösung geduldig vorbereitete, wurde Er Mensch, trat in die irdische Geschichte ein und wurde einer von uns. Der Sohn Gottes wurde zum Sohn des Menschen, in allem uns gleich außer der Sünde. Die kummervolle Frage „wo bist du, Adam?“, die einst im paradiesischen Garten in Eden zu hören war, fand endlich ihre Antwort in der armseligen Höhle bei Betlehem. „Der Erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der Zweite Mensch stammt vom Himmel“ (1 Kor 15, 47), wie der Apostel Paulus schrieb. In Christus, wie in einem neuen Adam, versöhnte Gott die Welt mit Sich (2 Kor 5, 19), Er erneuerte die menschliche Natur, indem Er sie wie ein Arzt von den Wunden der Sünde heilte.

Das Leben des Menschen und der ganzen Welt wird nur in Gott geheilt – das ist jene einfache, aber sehr wichtige Wahrheit, welche das heutige Fest bezeugt. Wie kann man sich hier nicht an die inspirierenden Worte des heiligen Augustinus erinnern, der in heiligem Schauer die weise Vorsehung des Allmächtigen pries! „Du schufst uns auf Dich hin, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir“ (Confessiones). Nur in Jesus Christus erreicht man die Einheit mit Gott und findet den wahren Sinn des Lebens als Mensch, der seit dem Anfang der Welt zur Ewigkeit berufen ist.

Die Ankunft des Erlösers in der Welt ist vor allem die Offenbarung der göttlichen Liebe für die Menschen: der Liebe, die einerseits grenzenlos und siegreich ist, und andererseits sanft, die alles erträgt, alles glaubt, alles hofft, allem standhält (1 Kor 13, 7).

Wie können wir denn angemessen auf die große Liebe unseres Schöpfers antworten und Ihm uns nähern? Diese Nähe können wir erreichen und bestätigt finden, wenn wir die Gebote des Evangeliums befolgen, wenn wir einander geduldig und ohne Heuchelei lieben, aber vor allem wenn wir immer wieder unsere Einheit mit Christus im Mysterium der Heiligen Eucharistie erneuern.

Heute ist das Fest der Hoffnung. Das Fest des Friedens. Das Fest einer stillen Freude. Wenn wir den neugeborenen Heiland verherrlichen und Ihm mit schönen Gesängen und kirchlichen Hymnen begegnen, wollen wir uns an die hohe christliche Berufung erinnern, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein (Mt 5, 13-14), und deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind (Gal 6, 10). Lasst uns den Trauernden Hoffnung schenken, die Verzagten trösten, Freude mit den Nahen und Fernen teilen und den Bedürftigen helfen; so werden wir wahrhaftig zu Christi Wohlgeruch für Gott (2 Kor 2, 15) und bringen dem neugeborenen Herrn wohlgefällige Gaben dar.

An diejenigen, die sich wegen verschiedener Umstände noch außerhalb der heilbringenden Grenzen der Kirche befinden und nicht am Leben der Gemeinschaft Christi teilhaben, wende ich mich mit dem Aufruf: öffnet eure Herzen für Ihn, der die Welt so sehr geliebt hat, dass er Seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat (Joh 3, 16). Verherrlichen wir den Herrn und Erlöser für seine unsagbare Gnade und Liebe zur ganzen Menschheit!

Allen wünsche ich Frohe Weihnachten und, meine Lieben, Stärke in der Kraft und ungebrochene Freude über den neugeborenen Heiland. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus (Eph 1,2). Amen.

PATRIARCH VON MOSKAU UND DER GANZEN RUS’

Weihnachten

2025/2026

Moskau

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